Altersgerechtes und barrierefreies Bad: So gelingt dir der Badumbau

Zugegeben: Ans Älterwerden denken wir nur ungern. Warum auch? Was interessiert es mich, was in 20, 30 oder sogar 40 Jahren ist? Dennoch raten wir dir, den Gedanken an ein altersgerechtes und barrierefreies Bad nicht außer Acht zu lassen. Denn früher oder später steckt dein Badezimmer voller Barrieren und Gefahrenquellen, die dir in späteren Jahren das Leben erheblich erschweren. Deshalb ist es extrem sinnvoll, sich auch schon in jungen Jahren mit dem Thema altersgerechte und barrierefreie Badausstattung auseinanderzusetzen. Wir zeigen dir, wie!

Ein kleines Schmankerl vorab: Solch eine Badrenovierung macht dir den Alltag nicht nur im hohen Alter einfacher; sie erhöht den Wohnkomfort bereits direkt nach getanem Umbau um ein Vielfaches – von Pflegeheim- oder Krankenhausatmosphäre kann da heutzutage definitiv nicht mehr die Rede sein.

Stellst du dir jetzt die Fragen, was denn unter altersgerecht und barrierefrei überhaupt zu verstehen ist, was du beim Umbau und der Ausstattung beachten musst und welche Kosten auf dich zukommen? Keine Sorge, die Antworten auf all diese Fragen geben wir dir jetzt.

Altersgerechtes Bad: Was bedeutet altersgerecht und barrierefrei überhaupt?

Die Begriffe „altersgerecht“ und „barrierefrei“ sind nur schwer voneinander zu trennen, denn ohne Barrierefreiheit kann ein Bad nicht altersgerecht sein. Grundsätzlich versteht man unter barrierefrei, dass man die Möglichkeit hat, in seinem Umfeld sicher und selbstständig zu agieren. „Altersgerecht“ bedeutet hingegen „einem bestimmten Alter gemäß“ oder „den Bedürfnissen älterer Menschen entsprechend“. Beim Badumbau achtest du also darauf, dass du alles so gestaltest, dass du dich auch im hohen Alter oder trotz eingeschränkter Mobilität noch gut und sicher in deinem Badezimmer bewegen und aufhalten kannst.

Übertragen wir das nun auf deinen persönlichen Badumbau, bedeutet das, dass du dir zuallererst ein paar Gedanken um deine Zukunft machen und an deine Bedürfnisse im Alter denken solltest.

Folgende Aspekte können dir bei deinen Überlegungen helfen:

  • Hast du derzeit einen einfachen Zugang zum Bad?
  • Wird es später für dich wichtig sein, eine breitere Tür zu haben?
  • Gibt es Türschwellen oder Höhenunterschiede zwischen Dusche und Badboden?
  • Wie sicher fühlst du dich beim Ein- und Ausstieg in deiner Dusche?
  • Ist dein Badboden rutschfest?
  • Wie gut kannst du dich generell in deinem Badezimmer bewegen?
  • Hast du genügend Bewegungsfläche in der Dusche, in der Badewanne und um den WC- und Waschbeckenbereich?
  • Wie leicht lässt sich dein Bad derzeit reinigen?

All das sind nur einige wenige Aspekte, die zu einer nachhaltigen und altersgerechten Badgestaltung beitragen können – beim genaueren Überlegen fallen dir bestimmt noch weitere ein.

Altersgerechter Badumbau: Was muss sich in meinem Bad verändern?

Wenn du jetzt die Motivation gefunden hast, dein Badezimmer altersgerecht und barrierefrei zu gestalten, ist das Wichtigste: Bewegungsfreiheit. Wie du in deinem Bad mehr Platz schaffst und was du bei der Umsetzung beachten solltest, zeigen dir unter anderem die DIN-Normen 18025-1, 18025-2 und 18040-2. Diese Normen drehen sich allesamt um den barrierefreien Umbau von Bad und Wohnung und helfen dir bei deinen Entscheidungen.

Erwachsene Menschen benötigen demnach zum Beispiel eine Bewegungsfläche von 60 x 60 cm, Personen mit Gehilfen eine Fläche von 120 x 120 cm und Rollstuhlfahrer etwa 150 x 150 cm. Weiter ist es nicht nur wichtig, dass sich Duschtüren im besten Fall nach außen öffnen lassen; sie sollten auch mindestens 90 cm breit sein, um Rollstuhlfahrern den Ein- und Ausstieg zu erleichtern.

Wenn du die oben genannten Maße berücksichtigst, ist das schon ein guter Anfang, um in deinem Bad möglichst viel Bewegungsfreiheit zu schaffen. Zusätzlich solltest du aber ebenfalls die folgenden Punkte bei der zukünftigen Badausstattung beachten:

  • Achte bei den Armaturen darauf, dass diese möglichst bedienerfreundlich sind und einen sogenannten Temperaturbegrenzer besitzen – dieser kann dich vor Verbrühungen schützen.
  • Wenn du zwar wenig Platz im Bad, aber eine Badewanne hast, kannst du dir überlegen, ob du diese durch eine bodengleiche Dusche austauschen willst – Somit erhöhst du nicht nur deine Bewegungsfläche, sondern auch die Sicherheit im Badezimmer.
  • Wähle neuen rutschhemmenden Bodenbelag, um auch mit nassen Füßen sicher im Badezimmer auf und ab zu laufen.
  • Dein Duschplatz sollte nicht nur einen rutschhemmenden, sondern auch einen bodengleichen Boden haben – Auf diese Weise stellst du sicher, dass das Duscherlebnis auch in Zukunft möglichst stolperfrei ist.
  • Dein Bad hat ein oder mehrere Fenster? Dann achte darauf, dass diese einfach und schnell zu bedienen sind.
  • Der Zutritt zu deinem Badezimmer sollte bodengleich sein, darum lasse Türschwellen beseitigen.
  • Deine Badezimmerwände kannst du optimieren, indem du deren Tragfähigkeit verbesserst – Mit altersgerechten Halte- und Stützgriffen erhöhst du zusätzlich die Sicherheit in deinem Bad.
  • Mit speziellen barrierefreien Vorwand-Installationssystemen kannst du wandhängende WCs anbringen, die sich später bei Bedarf leicht austauschen lassen.

Sturzprävention im Badezimmer: Das bringt mir eine rutschfeste Ausstattung

Neben der Bewegungsfläche und einer barrierefreien Badausstattung gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, um dein Bad sicher zu machen.

Eine Rutschpartie im Badezimmer hat sicher jeder schon einmal erlebt – und mal mehr oder weniger erfolgreich überstanden. Mit zunehmendem Alter können nasse Fliesen aber eine große Gefahr darstellen und beim Ausrutschen schwere Verletzungen verursachen. Das Sturzrisiko wird durch zu enge Duschkabinen, unsichere Badvorleger und eine schlechte Badbeleuchtung zusätzlich erhöht.

Unser Tipp: Um die Rutschgefahr zu minimieren, kannst du glatte Oberflächen wie Duschtassen, Badewannen und Bodenfliesen mit einer speziellen Anti-Rutsch-Beschichtung versehen. Der Vorteil: Du musst nicht in teure, rutschfeste Fliesen und/oder eine rutschfeste Badausstattung investieren. Außerdem lassen sich solche Beschichtungen leicht wieder entfernen.

Eine weitere, weniger kostenintensive, Investition sind Badematten, die über eine rutschfeste Gummierung auf der Unterseite verfügen. Griffe in und bei der Duschkabine sowie der Badewanne bieten zusätzliche Sicherheit beim Ein- und Aussteigen.

Altersgerechtes Bad: Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Wie so oft, hängt der Preis für ein umgebautes, altersgerechtes und barrierefreies Bad davon ab, wie umfangreich die Umbaumaßnahmen sind, die du planst. Die zuvor schon erwähnten Haltegriffe kannst du bereits für 100 bis 1000 Euro montieren lassen. Der komplette Umbau eines Badezimmers ist natürlich teurer. Für eine entsprechende Maßnahme zahlst du bei einem 6 m2 großen Badezimmer etwa 8.000 Euro – bei 7 m2 bis 8 m2 kannst du mit bis zu 10.000 Euro rechnen.

Wenn du dir eine gehobene Badausstattung aussuchst, kann dies den Preis deutlich erhöhen. Weitere Mehrkosten können durch die Stundenlöhne der Handwerker, die du für deinen Umbau benötigst, entstehen. Die Löhne unterscheiden sich übrigens von Region zu Region.

Fördermöglichkeiten

Für den Umbau deines Bads kannst du finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen. Kranken- und Pflegekassen unterstützen dich, wenn du einen Pflegegrad – welcher zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit herangezogen wird – vorweisen kannst. Von deiner Pflegekasse kannst du bis zu 4.000 Euro als Zuschuss erhalten.

Eine weitere Option ist eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die staatliche KfW-Bank hat für die Förderung barrierefreier und altersgerechter Bäder spezielle Programme entwickelt – Programm 159 und 455. Das Programm 159 beantragst du bei deiner Hausbank und erhältst dabei einen Kredit. Beim Programm 455 kannst du einen Investitionszuschuss von 12,5 Prozent für verbleibende Kosten erhalten. Letzteres beantragst du direkt bei der KfW-Bank.

Darüber hinaus kannst du dich über Förderprogramme von Ländern und Kommunen informieren – schaue dafür beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales vorbei.

Besser baden: Heute schon an morgen denken

Zusammengefasst: Zum altersgerechten und barrierefreien Wohnen zählt als wichtiger Baustein auch das Badezimmer. Du kannst einfache Maßnahmen wie rutschfeste Badematten oder Anti-Rutsch-Beschichtungen für die Badausstattung vornehmen oder etwas mehr Geld in die Hand nehmen und dein Bad komplett neugestalten. Egal, wofür du dich letztlich entscheidest, du sorgst dafür, dass du dich auch im hohen Alter noch sicher in deinem Badezimmer entspannen und wohlfühlen kannst.

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