Vom Smart Home zum Smart Bad: Wie schlau ist dein Badezimmer?

Smarte Technik im Bad kannst du schon heute nutzen: Informiere dich in der Früh beim Putzen deiner Zähne über das Wetter oder notiere dir To-Dos. Abends erteilst du deiner Badewanne bereits auf dem Heimweg den Befehl, Wasser für ein Schaumbad einzulassen. Der Trend „Smart Home“ macht vor deinem Badezimmer keinen Halt. Was ist heute technisch möglich? Worauf darfst du dich in Zukunft freuen?

Früher hatte das Badezimmer für viele Menschen nur eine pragmatische Bedeutung. Heutzutage wird das Bad immer wichtiger: Es ist ein Ort zum Entspannen, Herunterkommen und Genießen.

Hygienischen Anforderungen zu genügen, reicht nicht mehr aus. Dein Badezimmer muss deine Wünsche nach Design, Pflege und Wellness gleichermaßen erfüllen. Ein weiteres Anliegen von Verbrauchern: die Integration von schlauen Technologien, mit denen der Aufenthalt im Bad noch angenehmer wird.

Weißt du, was hinter einem Smart Bad steckt?

Eine richtige Definition gibt es für diesen Begriff tatsächlich noch nicht. Dennoch gibt es diesbezüglich ein paar Indizien, die auf ein Smart Bad schließen lassen. Sind deine Bedienelemente leicht zu erreichen? Diese können mithilfe von Bewegungsmeldern oder durch Sprachsteuerung aktiviert oder ausgelöst werden? Dann kannst du von einem schlauen Bad sprechen.

Smarte Anwendungen und Produkte für dein Bad

Du hast heute schon viele Möglichkeiten, mit denen du dein Badezimmer schlauer machen kannst. In der folgenden Übersicht findest du ein paar Ideen. Kommen sie auch für dein Bad infrage?

  • Schlaue Armaturen im Bad: Hier gibt es bereits Waschbecken, Duschen oder Badewannen, die sich durch Sensortechnik aktivieren lassen. Außerdem kannst du auf Technologien setzen, mit denen du Nutzerprofile speichern kannst. So lassen sich beispielsweise unterschiedliche Temperaturen per Knopfdruck oder automatisch einstellen.
  • Smarte Belüftungssysteme: Gerade das Lüften in innenliegenden Bädern ohne Fenster stellt viele Menschen vor Herausforderungen. Mit schlauer Technik können Heizung und Lüftung miteinander verknüpft werden. Sobald das Lüftungssystem anspringt, wird die Heizung automatisch heruntergefahren oder abgeschaltet. Außerdem kann die Temperatur an die Vorlieben der Badnutzer individuell angepasst werden.
  • Weitere technische Features: schlaue Spiegel, die gleichzeitig als Bildschirm dienen, ein integriertes Radio besitzen oder Video-Streaming ermöglichen.
  • Licht: Auch deine Lichter im Bad kannst du mithilfe von Gestik oder bestimmten Bewegungsabläufen steuern. Mit Stimmungslicht sorgst du für die richtige Entspannungsatmosphäre oder du nutzt besondere Lichteffekte.
  • Clevere Sanitär-Keramik: Es gibt bereits Toiletten und Waschbecken, die an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden können – du kannst beispielsweise die Höhe der Sanitär-Keramik bestimmen und bei Bedarf anpassen.

Applikation oder Fingerabdruck: Wie willst du dein smartes Bad steuern?

Die Eigenschaft, die ein Badezimmer erst zu einem Smart Bad macht, ist die Benutzerfreundlichkeit. Die Bedienung digitaler Badelemente hängt damit eng zusammen. Du kannst die schlaue Technik, die du einsetzen willst, per Applikation steuern und personalisieren.

Denkbar wäre aber auch eine Fingerabdruckscan. Auf diese Weise würden dich die Technologien im Badezimmer erkennen und dir das passende Benutzerprofil zuweisen. Das Smart Bad stellt sich dann so ein, wie du es dir wünscht.

Die Nutzung von Apps ist mittlerweile etabliert. Die Technik für den Fingerprint gibt es bereits. Eingesetzt wird diese smarte Möglichkeit bisher aber kaum.

Wie kannst du dein Badezimmer zu einem smarten Bad aufrüsten?

Die eigenen sanitären Räumlichkeiten technisch aufzurüsten, kann kostenintensiv sein. Was erwartet dich genau, wenn du einen solchen Umbau in Angriff nimmst?

Wie hoch sind die Kosten für eine smarte Modernisierung?

Falls du eine komplette Sanierung planst, kannst du mit bis zu 20.000 Euro oder mehr rechnen. Die Kosten umfassen nicht nur die smarten Geräte, sondern auch Baumaterial und die Unterstützung der verschiedenen Gewerke.

Du willst dir nur einzelne Lösungen anschaffen? Einzelne Teile für Dusche und WC, wie Bewegungssensoren oder schlaue Badarmaturen, kosten weniger.

Neubau oder Altbau: Für welches Umfeld planst du dein Smart Bad?

Wenn du in einen Neubau ziehst, kannst du problemlos dein schlaues Badezimmer planen und umsetzen.

Bei einem Altbau ist das Ganze schon komplexer. In diesem Szenario musst du mit gewissen Einschränkungen und Grenzen rechnen. WLAN-Empfang kann bei dickem Mauerwerk schlecht sein. In einem Altbau sind Bäder öfter kleiner als in einem Neubau. Technik lässt sich in kleineren Räumlichkeiten schwerer verstecken. Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn weitere Stromleitungen und Internetkabel verlegt werden müssen.

Warum du dir beim Umbau Unterstützung holen solltest

Neben Fliesenleger und Maler wirst du für deine Modernisierung auch Elektriker benötigen, die die Leitungen für deine schlaue Technik verlegen.

Da viele verschiedene Gewerke betroffen sind, ist eine gute, gewerkübergreifende Planung entscheidend. Nur so können sich alle Spezialisten austauschen und wissen, wann wer welchen Schritt zu tun hat.

Warum du dir Gedanken über die Kompatibilität machen musst

Auch für das Smart Home gibt es unterschiedliche Systeme und Technologien. Diese sind leider nicht miteinander kompatibel. Umso wichtiger ist es also, dass du dir einen Überblick über die verschiedenen Standards verschaffst:

  • Apple Home Kit: Dieses System erlaubt es dir, Technologien per iPad oder iPhone zu steuern. Die Firma Elgato bietet Produkte an, die du an das Applesystem schließen kannst. Diverse Hardware-Komponenten ermöglichen es dir, eine Brücke zu anderen Systemen herzustellen und diese miteinander zu verknüpfen.
  • Z-Wave: Es gibt über 200 Unternehmen, die dieses System mit ihren Produkten unterstützen. Bekannte Hersteller aus Deutschland sind Devolo, Fibaro und Haupauge.
  • ZigBee: ein Standardsystem, das weltweit verbreitet ist. Ein deutscher Hersteller, der dieses System nutzt, ist beispielsweise Philips. Die Problematik von ZigBee: Nicht alle Geräte und Produkte, die damit kompatibel sind, lassen sich auch miteinander koppeln.

Überlege dir bei der Planung deines smarten Bads, welche Geräte du integrieren willst und welches System sich dafür am besten eignet.

Zukunftstrends rund ums Smart Bad

Bereits im Jahr 2018 veröffentlichte der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) die Trendstudie „Smarte Bäder“. Auf diese zukünftigen Trends kannst du dich freuen:

  • Privater Gesundheitsort: Dieser Trend ist schon längst Realität. Denn Toiletten können jetzt bereits Urinproben nehmen und übermitteln Messwerte wie den Blutzuckerspiegel per App automatisch weiter. Spiegel, die über einen Lautsprecher Signale oder Sprachnachrichten abspielen, um an die Tabletteneinnahme zu erinnern, sind auch keine Seltenheit mehr. Die Badeinrichtung kann so gestaltet werden, dass Menschen im höheren Alter nicht mehr stationär, sondern auch ambulant gepflegt werden können.
  • Privater Wellnessort: Für viele Menschen wurde das eigene Badezimmer bereits während der Pandemie zu einem Rückzugs- und Wohlfühlort. Dank der Technologien des schlauen Badezimmers können alle Nutzer ein individuelles Badevergnügen erleben: Der Raum hat eine bestimmte Temperatur; auf Wunsch spielt das Bad Musik oder reguliert die Lichtstärke.
  • Barrierefreies Bad 2.0: Smarte Technologie ermöglicht es älteren Menschen, länger selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Im Badezimmer erhalten Senioren Unterstützung durch höhenverstellbare WCs oder schlaue im Boden versteckte Notfallsysteme und -sensoren, die bei Bedarf Alarm schlagen und Rettungskräfte informieren.

Wer sein Badezimmer nicht rundum modernisieren will, kann mit einzelnen, kostengünstigen Lösungen anfangen. Für jeden Geldbeutel gibt es passende Ideen und Technologien. So findest du die Geräte und Produkte, die dir deine Zeit in deinem Badezimmer noch angenehmer gestalten.

Wenn du beispielsweise erfahren möchtest, wie man eine Duschkabine selbst einbaut, ob sich dies kostentechnisch lohnt und was es dabei zu beachten gilt, lade dir gerne unseren kostenfreien Ratgeber herunter:

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