In Badfliesen bohren: So bohrst du, ohne deine Fliesen zu beschädigen

Du möchtest eine Duschkabine, einen Badschrank, einen Badspiegel, einen Toilettenpapierhalter oder etwas anderes in deinem Bad befestigen? Dann wirst du nicht selten zur Bohrmaschine greifen müssen. Was du beim Fliesenbohren beachten solltest, damit später auch nur das saubere Loch und kein unschöner Riss entsteht, erfährst du hier.

Zuallererst solltest du dir überlegen, ob du auch wirklich durch deine Fliesen bohren musst oder ob es dir durch eine geschicktere Positionierung vielleicht gelingt, Löcher in die Fugen anstatt der Fliesen zu bohren – das ist wesentlich unproblematischer und einfacher.

Findest du keine andere Möglichkeit, ist das auch kein Problem. Du solltest dir aber, bevor du mit dem Bohren startest, das dafür notwendige Werkzeug besorgen und den Ablauf strukturiert planen.

Welcher Bohrer ist der richtige für meine Fliese?

Wichtig zu wissen: Für dein Vorhaben solltest du nicht einfach willkürlich einen Bohrer auswählen, denn dieser muss zu deiner Fliese passen. Hierbei kannst du dich ganz einfach nach der sogenannten Ritzhärte deiner Fliesen richten. Diese gibt an, wie stark die keramische Glasur der Fliese einer ritzenden und kratzenden Beanspruchung standhält. Die Ritzhärte kann von 1 bis 10 reichen, wobei 10 den härtesten Wert darstellt.

Zum Bohren von Fliesen bis einschließlich Ritzhärte 3 kannst du z.B. spezielle Fliesen- und Glasbohrer verwenden. Bei allen höheren Härtegraden hingegen solltest du auf Diamantbohrer setzen, um Schönheitsfehlern bei der Umsetzung vorzubeugen.

Fliesen bohren: So bereitest du dich auf das Bohren vor

Solltest du den Bau deines Hauses oder die Sanierung deines Badezimmers begleiten oder sogar selbst Hand angelegt haben, bist du hier klar im Vorteil, denn du weißt, wo die Wasser- und Stromleitungen in deinem Badezimmer verlaufen. Für alle, die das nicht so genau wissen, gibt es aber eine andere Lösung: Mit speziellen, im Baumarkt erhältlichen, Ortungsgeräten kann vorab geprüft werden, ob sich im Bereich des geplanten Lochs Wasser- oder Stromleitungen befinden.

Hast du eine Position gefunden, in die du bedenkenlos hineinbohren kannst, solltest du diese z. B. mit einem wasserlöslichen Textmarker markieren. Bevor es weiter geht, solltest du außerdem dein Werkzeug griffbereit legen.

Dein Werkzeug:

  • Bohrmaschine
  • auf die Fliesen abgestimmter Bohrer
  • Klebeband oder Kreppband
  • Hammer
  • eine Anreißnadel oder alternativ ein Nagel
  • etwas Wasser zum Kühlen.

Hast du dein Werkzeug parat liegen, kannst du mit den letzten Vorbereitungen starten. Nimm die Anreißnadel oder einen handelsüblichen Nagel und körne an der zuvor markierten Stelle die Lasur deiner Fliese leicht an. Dafür setzt du die Nadel vorsichtig an und schlägst äußerst behutsam mit dem Hammer auf den Nadelkopf, bis sich ein kleiner Abdruck auf der Fliese zeigt – dieser hilft dir später beim Bohren dabei, dass du nicht verrutschst.

Als nächstes klebst du ca. 3-4 cm breite Streifen Klebeband kreuzweise über deine zuvor angekörnte Markierung. Die Streifen sorgen dafür, dass der Bohrrand später nicht unschön splittert und verringern zusätzlich die Abrutschgefahr des Bohrers auf der glatten Fliesenoberfläche. Wenn du keinen wassergekühlten Diamantbohrer verwendest, halte am besten eine Schale mit kaltem Wasser bereit, um den Bohrer ggf. zu kühlen. Fördermöglichkeiten

Was ist erlaubt? Bohren im Mietobjekt.

Du wohnst zur Miete und bist dir nicht sicher, ob du einfach so drauflosbohren darfst? Grundsätzlich gehört die Ausstattung der Sanitärräume mit den üblichen Gegenständen wie z. B. Badezimmerschrank, Spiegel und Handtuchhalter zum vertragsmäßigen Gebrauch des Mietobjekts. Sind diese Sachen nicht vollständig oder gar nicht vorhanden, darfst du als Mieter zur Tat schreiten. Grundsätzlich benötigst du dafür auch keine Zustimmung deines Mieters, solange du das übliche Maß nicht überschreitest. Sofern möglich, solltest du die Dübellöcher dabei aber in die Fugen setzen – ist das nicht möglich, darfst du aber auch fachgerecht in die Fliesen bohren. Bohrlöcher, die nicht für die „badüblichen“ Installationen benötigt werden, sind hingegen unzulässig und schadenersatzpflichtig.

Kleiner Tipp: Ein vorheriger Anruf beim Vermieter und die Schilderung der Sachlage kann nervenaufreibenden Diskussionen und Streitigkeiten im Falle des Auszugs vorbeugen.

So bohrst du deine Fliese richtig an

Jetzt kannst du richtig loslegen: Achte beim Bohren besonders darauf, deine Bohrmaschine im rechten Winkel anzusetzen und während des Bohrens auch weiterhin rechtwinklig zu halten – wenn der Bohrer verkantet, kann es zu Absplitterungen oder zum Abplatzen der Fliese kommen. Sollte dir das zu heikel sein, kannst du im Baumarkt oder Baustoffhandel auch spezielle Bohrmaschinen-Führungen erwerben, die dir die Führung erleichtern.

Bevor du die Bohrmaschine startest, stelle sicher, dass die Schlag- oder Hammerfunktion ausgeschaltet ist und du eine niedrige Drehzahl eingestellt hast – der Schlag würde deine Fliese beim Bohren unnötig beschädigen.

Hast du die Fliese sauber durchbohrt und spürst, dass du an das Mauerwerk gelangst, darfst du wieder mit üblicher Drehzahl weiterbohren. Solltest du hier ohne Schlag nicht weiterkommen, kannst du auch diesen wieder anschalten. Bist du mit dem entsprechenden Bohrer bis zum Anschlag in der Wand, kannst du diesen wieder vorsichtig aus der Wand ziehen – dein Bohrloch ist fertig und bereit für den Dübel und die darauffolgende Montage deines Badutensils.

So kannst du Bohrfehler korrigieren

Zugegeben - das Bohren in Fliesen ist für viele Heimwerker eine größere Herausforderung und trotz bester Vorbereitung kann es dabei zu kleinen Missgeschicken kommen. Hier ist aber nicht gleich Hopfen und Malz verloren: Du kannst im Falle eines misslungenen Bohrlochs Fliesen-Spezialspachtel verwenden, um dein Missgeschick zu kaschieren. Dazu füllst du das Bohrloch mit dem Spachtel, ziehst die Fläche bündig ab und schleifst nach dem Aushärten mit einem feinen Schleifpapier die Oberfläche glatt. Bei Farbunterschieden zwischen Fliese und Spachtel kannst du mit einem farblich abgestimmten Sprühlack nacharbeiten – jetzt sollte von deinem kleinen Malheur nichts mehr zu sehen sein.

Alternativen zum Bohren 

Du möchtest nur deine Handtücher aufhängen oder ein Bild im Badezimmer positionieren? Neben verschiedenen Hakenvarianten, die z. B. mit einem Saugnapf befestigt werden, kannst du im Baumarkt auch doppelseitiges Montageband erwerben, mit dem du Objekte bis zu verschiedenen Schweregraden anbringen kannst. So musst du die Fliesen nicht beschädigen und hast trotzdem sicheren Halt für deine Badausstattung. Ein weiterer Pluspunkt: Diese Klebestreifen lassen sich meist im Handumdrehen und rückstandslos entfernen.

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